Die YES!CON ist Deutschlands größte Krebs-Convention und wird von der Initiative „yeswecan!cer“ organisiert. Seit 2020 findet sie jährlich in Berlin statt. Dort erwartet einen eine Atmosphäre voller Mut, Hoffnung und starker Gemeinschaft. Es ist so eine Mischung von Mutmacher-Festival, Betroffenen-Konferenz und Krebsie-Klassentreffen. In diesem Jahr fand sie in der „Station“ in Berlin-Kreuzberg statt, einem ehemaligen Post-Bahnhof in wunderbarer Backstein-Gotik.

Eine Säule sind die „Panels“, meist 30-45 Min dauernde Talks auf eier der beiden Bühnen. Dort kommen medizinische Fachleute und auch Betroffene zu ganz unterschiedlichen Themen ins Gespräch: Neueste Krebstherapien, Themen wie mentale Gesundheit, Beruf und Krebs, Ernährung und Sport. Ein echtes Highlight ist das Format „HALLO DOC!“, bei dem (oft im Anshluss an die Panels) man Top-Medizinern ganz unkompliziert seine persönlichen Fragen stellen kann.

Auf dem „Marktplatz“ gab es wieder ungeheuer viele Vereine, NGOs, Patienteninitiativen und Selbsthilfegruppen. Auch die Pharma-Firmen hatten tolle Stände mit Angeboten, die einen echten Mehrwert hatten. Das ist auch der Bereich, man man sich eben mal so trifft. Menschen aus der eigenen (oft digitalen) Krebsbubble. Manche kennt man über Instagram, digitale Foren und Selbsthilfegruppen. Außerdem gibts ja auch die einige „Promis“, die als Krebs-Influencer kennt, und die sich auch freuen, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt.

Auch gab es Workshops in kleineren Kreisen, die man wegen des begrenzten Platzangebots vorher buchen musste. Da war Yoga genauso dabei wie Ein Workshop zu medizinischen Studien oder ein Photoshooting (das innerhalb weniger Stunden ausgebucht war).

Auch Promi-Auflauf gab es. Patrice Aminati war wieder dabei, Anke & Henning Krautmacher (und natürlich hat er uns mit seinem Lied für seine erkrankte Frau mächtig emotional mitgenommen), Mickie Krause war im Blasenkrebs-Panel, und der Schauspieler Ralph Herford sprach sehr offen über seine palliative Situation.

Am Freitagabend wurden bei der Verleihung des „Shine a light – Awards“ drei tolle Inititiativen ausgezeichnet:
Kjells Wunderland e.V.: Dieser Verein fängt Familien auf, deren Welt durch die Krebsdiagnose eines Kindes von heute auf morgen komplett auf den Kopf gestellt wurde. Sie verfügen über ein tolles Haus für einwöchige Familienurlaube, das auch alle pflegerischen Aspekte beachtet.
Pro Mater Sano e.V.: Die Organisation konzentriert sich gezielt auf junge Mütter mit Babys oder Kleinkindern sowie schwangere Frauen, die die Diagnose Krebs erhalten.
Ulmer Schatzkiste: Ein zutiefst bewegendes, psychoonkologisches Projekt der Krebsberatungsstelle am Universitätsklinikum Ulm. Es ermöglicht unheilbar erkrankten Eltern mit minderjährigen Kindern, unter professioneller Begleitung ein filmisches Lebensporträt aufzunehmen. So können sie ihren Kindern ein lebendiges Vermächtnis und einen unbezahlbaren Schatz an persönlichen Erinnerungen hinterlassen.
Trotz der Hitze war die Yescon ein tolles Erlebnis. Das Motto „Du bist nicht allein“ dringt aus allen Ritzen. Das vielfältige Programm zwingt einen dazu, sehr gezielt auszuwählen und auch darauf zu achten, dass man nicht von Panel zu Panel hetzt und keine Zeit zum durchatmen hat. Immerhin gab es eine schöne Ecke zum Chillen mit wirklich weichen Sitzgelegenheiten.
Übrigens Die Teilnahme an der zweitägigen Tagung ist für Besucher kostenlos. Allerdings muss man sich im Vorfeld anmelden.