Der KrebsCampus

Was ist der Krebs Campus?

Gegründet wurde der Campus von Dr. Babett Baraniec. Babett ist promovierte Biologin, Medizinpädagogin – und lebt selbst seit 2012 mit der Diagnose Leberkrebs (seit über zehn Jahren im metastasierten Stadium). Diese Doppelrolle als Wissenschaftlerin und Langzeitüberlebende prägt ihre Arebeit und ihr Konzept: Krebswissen verständlich, evidenzbasiert und absolut alltagstauglich zu vermitteln.

Was finde ich dort?

Das digitale Angebot des Campus basiert auf zwei Säulen: fundiertem Wissen und gegenseitigem Rückhalt. Erschlossen wird es mittels der Software Discord.

  • Praktische Leitfäden & Workbooks: Materialien, die Schritt für Schritt erklären, wie man beispielsweise Blutwerte richtig liest, Arztbriefe versteht oder einen persönlichen „Tumorsteckbrief“ erstellt.
  • Metastasen-Kurs: Ein 12-teiliger Online-Kurs, der so ziemlich alle Themen bearbeitet, die für Metastasierte wichtig sind. (zB: WIe kann ich mein Arztgespräch gut vorbereiten, um die knappe Zeit gut zu nutzen? Welche Rolle spielen medizinische Studien? Wie gehe ich vor, wenn ich die Krise kriege?)
  • Symptom- und Nebenwirkungsmanagement: Videokurse und Infoblätter helfen dabei, Therapien (wie Chemo- oder Immuntherapie) im Alltag besser zu begleiten und Nebenwirkungen abzumildern.
  • Komplementärmedizin: Seriöse Aufklärung darüber, welche sanften, begleitenden Methoden (z. B. Ernährung, Bewegung oder Entspannung) wissenschaftlich fundiert sind und welche Mythen man meiden sollte.
  • Live-Sprechstunden: Regelmäßige Online-Treffen. So zum Beispiel eigene Video-Konferenzen für einzelne Krebsarten, eine Sprechstunde mit einer Psychoonkologin, eine Metastasen-Sprechstunde mit Babett, eine „Teestunde“, und eine eigene Videokonferenz, in der die Teilnehmer:innen direkt mit Babett in den Austausch gehen können.

Neben der kostenpflichtigen, geschützten Community-Plattform teilt das Campus-Team viel kostenfreies Wissen im Netz. Auf Social-Media-Kanälen wie Instagram und YouTube klärt der Campus zu aktuellen Themen auf.

Was macht das Angebot so besonders?

Im Gegensatz zu unstrukturierten Internet-Foren, in denen oft Halbwissen und Krebsmythen geteilt werden, bietet der Krebs Campus eine weitgehend moderierte, sichere Umgebung. Die Plattform kombiniert Schulung und psychosoziale Unterstützung.
Dr. Babett Baraniec scheut dabei auch keine Auseinandersetzung, wenn sie sich in sozialen Medien gegen unwissenschaftliche Behauptungen positioniert. Dabei bin ich immer wieder erstaunt, wie zäh sie für eine evidenzbasierte Sicht kämpft und dabei auch persönlichen Diffamierungen ungeheuer sachlich begegnet.

Was kostet der Spaß?

Die Infos auf Youtube, TikTok und Instagram sind kostenlos.
Für die Campus-Mitgliedschaft zahlt man mit einem monatlichen Betrag, den man in einem bestimmten Korridor (18 Euro bis 36 Euro) den eigenen Verhältnissen entsprechend selbst bestimmen kann.
Man kann jederzeit ohne Mindestlaufzeit kündigen.

Mein persönliches Fazit

Schon kurz nach meiner Erstdiagnose bin ich auf den gerade entstehenden Krebscampus gestoßen. Ich habe dort viel gelernt. Vor allem eine innere Haltung! Es lässt sich schwer in Worte fasseen, aber dazu gehört für mich:

  • Grundsätzliche Orientierung an evidenzbasierter Medizin.
  • Skepsis gegenüber vollmundigen Heilungsversprechen.
  • Eine grundsätzliche Gelassenheit, auch im metastasierten Stadium.
  • Wertschätzung des gegenseitigen Unterstützens.

Mit über 600 Mitgliedern ist der Campus eine große Gemeinschaft. Manche Mitglieder sind hochengagiert und diskussionsfreudig, andere eher stille Leser. Die große Anzahl an Beteiligten sorgt dafür, dass man in der Discord-Community recht häufig zu seinen Fragen oder Problemstellungen schon eine Diskussion findet. Ansonsten stellt man eben seine Frage im passenden Bereich oder nutzt eine der Video-Sprechstunden (Wobei Babett ja keine Ärztin ist und ihre Grenzen kennt).

Ich erlebe es so, dass man nur mit wenigen Mitgliedern in einen engeren vertrauten Austausch kommt. Bei mir ist es eben in der überschaubaren Lungenkrebs-Ecke. Aber manchmal reicht ja auch eine Handvoll Menschen, mit denen man im langfristigen Kontakt ist.

www.krebscampus.org.

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